Das Notizbüchlein

Hallo zusammen,

ich hab mir eben mal ein Notizbüchlein geleistet. Jetzt kann ich all die spannenden Geschichten aus meinem beruflichen Alltag mal zeitnah festhalten. Das könnten dann Stories sein wie folgende:

Nachts um drei geht der Melder mit folgender Meldung: Fahrt mal Pimpanellastr. 123 in dSatdt am großen Fluß dort der Herr XY Hausnotrufpatient, Alarm ausgelöst, Patient antwortet nicht. Normale Fahrt.

Voller Elan und hochmotiviert sprinten wir zum RTW und begeben uns auf schnellstem Wege unter Einhaltung aller Verkehrsregeln zu angegebener Adresse. Wir schliessen die Haustür des Mehrfamilienhauses auf finden die Wohnung, klingeln und klopfen freundlich und öffnen schließlich mit dem Schlüssel die Wohnung. Ein kurzer freundlicher Ruf durch die Wohnung „Herr XY, der Rettungsdienst, wo sind Sie?“ Ebenso freundlich antwortet Herr XY „Ich liege im Schlafzimmer.“ Man erwartete uns anscheinend schon.

Wir flux zum Schlafzimmer und finden einen älteren Herren splitterfasernackt wie Gott ihn schuf auf dem Bett liegend vor dem es auf den ersten Blick ganz gut geht.

Wir: „Guten Abend Herr XY, was können wir denn für Sie tun?“

XY: „Guten Abend, eigentlich im Moment nichts, ich kann nur nicht schlafen.“

Wir: „Und warum haben Sie dann den Hausnotruf gedrückt?“

XY: „Mir war langweilig und ich wollte mal sehen was passiert wenn man da drauf drückt.“

Wir, nicht aus der Ruhe zu bringen:“ Ja wenn man da drückt kommen wir vorbei, aber da sollte man nur drücken wenn man ein Problem hat.“

XY: „Ja hab ich gemerkt, da war eben schonmal ein Kollege da, der ist aber direkt wieder gegangen ohne mal Hallo zu sagen oder bei mir vorbei zu schauen.“

Fragezeichen auf unseren Gesichtern???

Ich zum Kollegen:“ Ich sag den Jungs vom Hausnotruf mal bescheid, dass das hier nix für uns ist.“ Ich dackel also immer noch hochmotiviert um mittlerweile 3:30 Uhr zu dem Hausnotrufkästchen im Flur, drücke den roten Knopf und warte…….

Hausnotruf-Mensch:“ Herr XY hier ist der Hausnotruf was können wir für Sie tun?“

XY ruft aus dem Schlafzimmer:“ Da ist ihr Kollege ja schon wieder, der soll hier mal gefälligst reinkommen, sowas unhöfliches, geht einfach ohne tschüß zu sagen……“ *schimpf palaver krakeeeel*

Ich:“Ja wir sinds, vom Rettungsdienst, dem Herrn XY gehts gut ihm war nur langweilig und er wollte mal sehen was passiert wenn man drückt. “ tschüß und blabla……

Es hat nochmal ne gute halbe Stunde gedauert dem Herrn XY glaubhaft zu versichern, dass der Kollege aus dem Hausnotrufkästchen gar nicht da war sondern nur mit ihm „telefoniert“ hat und, dass das eigentlich ein ganz höflicher und netter Mensch ist. Nach einer kurzen Einweisung auf das Hausnotrufkästchen haben wir ihm (er immer noch im Adamskostüm) dann noch eine gute Restnacht gewünscht und sind wieder gefahren.

Frage 1 die sich mir stellt: Hat dem armen Menschen vorab schonmal jemand erklärt wie der ganze Zauber funktioniert?

Frage 2: Warum drückt man auf Knöpfe mit der Bezeichnung NOTRUF wenn einem langweilig ist.

Frage 3: Warum lag XY splitterfasernackt im Bett wenn er davon ausgegangen ist, dass wildfremde unhöfliche Mesnchen schon durch seine Wohnung gewuselt seien und dann auch tatsächlich noch welche kamen.

~ von paramedic78 - Juli 21, 2008.

2 Antworten to “Das Notizbüchlein”

  1. Winny willst du uns hier weiss machen das auf der Dornröschenwache so viel passiert das du ein notitzbuch brauchst????
    🙂
    Nette Post`s übrigens weiter so.
    Liebe grüsse
    Manni

  2. Dornröschenwache, also ich bitte Dich. Das ist knallharte Notfallrettung und zwar 24/7. Wir werden nur für die ganz schweren Einsätze gerufen bei denen man richtige Retter braucht und solange hält man uns dann eben zurück.

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